Die Wurmkurspritze ist in Kilogramm skaliert, der Tierarzt fragt nach dem Gewicht, und das Maßband um den Bauch zeigt 505. Ihr Wallach ist groß und tief im Rumpf, und genau bei solchen Pferden liegt das Band oft dreißig, vierzig Kilo zu niedrig. Wie schwer ist ein Pferd? Darauf gibt es eine Spanne als Antwort. Wie schwer Ihr Pferd ist, finden Sie nur mit einer Methode heraus, und um die geht es hier.
Der Text richtet sich an Besitzer, die eine belastbare Zahl für eine Dosis, eine Futterration oder den Anhänger brauchen, und an Käufer, die wissen wollen, ob das Gewicht in einer Anzeige gemessen oder geschätzt wurde.
Was die FN sagt: nur die Waage misst
Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) schreibt es auf ihrer Seite zur Entwurmung von Pferden ohne Umschweife: „Das genaue Gewicht eines Pferdes kann nur über das Wiegen ermittelt werden.“ Auf derselben Seite steht die Formel, mit der Sie zu Hause schätzen können, und dazu der Hinweis, dass eine Wurmkur ausreichend hoch dosiert werden muss. Beides gehört zusammen, denn ohne Waage ist jede Zahl eine Schätzung, und eine Schätzung hat einen Fehler.
Die amerikanische Tierärztevereinigung AAEP nennt elektronische Waagen ebenfalls die genaueste Methode. Eine britische Studie sagt dasselbe über die Pferdewaage und merkt an, dass kaum jemand eine zur Hand hat, weil sie teuer ist. Fragen Sie Ihre Tierarztpraxis, Ihren Futterhändler oder Ihren Stall, ob dort eine steht oder geliehen werden kann. Wiegen Sie ohne Decke und möglichst immer zur selben Tageszeit.
Wie schwer ist ein Pferd auf der Waage?
Die meisten Antworten nennen 500 bis 600 Kilogramm für ein Großpferd und hören dort auf, ohne zu sagen, wer gewogen hat. Eine deutsche Studie mit einer gewogenen Pferdepopulation konnten wir nicht finden. Die größte gewogene Stichprobe, die wir öffnen konnten, kommt aus Großbritannien: 1.716 Pferde über zwei Jahre, gewogen auf einer kilogenauen Pferdewaage bei den Ernährungsberatungen eines Futtermittelherstellers, ausgewertet mit Tierärzten der Universität Edinburgh. Die 2023 veröffentlichte Studie teilt sie in vier Gruppen ein.
| Gruppe | Mittlere Größe | Mittleres Gewicht auf der Waage |
|---|---|---|
| Kleine Ponys (unter 350 kg) | 115 cm | 255 kg |
| Große Ponys (unter 147 cm) | 139 cm | 436 kg |
| Leichtere Pferderassen | 162 cm | 545 kg |
| Kräftigere Pferderassen | 155 cm | 545 kg |
Über alle 1.716 Tiere lag der Schnitt bei 484 kg. Achten Sie auf die letzten beiden Zeilen: Die kräftigeren Pferde waren sieben Zentimeter kleiner und wogen gleich viel. Die Größe allein sagt also wenig. Eine polnische Studie mit 299 Pferden auf einer elektronischen Waage kam auf 501 kg für Vollblüter und 561 bis 588 kg für drei polnische Rassen: das Polnische Edle Halbblut, den Wielkopolski und das Schlesische Pferd. Einen gewogenen Durchschnitt für schwere Kaltblüter, den wir öffnen konnten, haben wir nicht gefunden, deshalb nennen wir keinen.
Wofür Sie die Zahl brauchen
Drei Dinge hängen daran. Das erste ist die Dosis einer Wurmkur oder eines Medikaments, und die legt Ihr Tierarzt fest; das Gewicht, das Sie ihm nennen, ist der Teil, den Sie in der Hand haben. Die europäische Parasitenleitlinie ESCCAP nennt Unterdosierung als einen der wichtigsten Gründe für Resistenzen gegen Wurmmittel, und ESCCAP Deutschland schreibt, eine zu geringe Dosis könne die Resistenzentwicklung fördern. Ein Pferd, das für 505 kg dosiert wird und 545 wiegt, bekommt weniger, als die Packung vorsieht. Den Entwurmungsplan besprechen Sie ebenfalls mit dem Tierarzt.
Das zweite ist das Futter. Rationen werden als Anteil am Körpergewicht gerechnet, häufig mit 2 % am Tag, wie der Heu-Artikel zeigt. Für die leichteren Pferde aus der Tabelle sind 2 % der gewogenen 545 kg genau 10,9 kg. Mit dem mittleren Maßbandwert derselben Pferde, 505 kg, sind es 10,1 kg. Das sind 0,8 kg am Tag oder 144 kg über einen Winter von 180 Tagen.
Das dritte ist der Anhänger. Anhänger, Pferde und Ausrüstung zusammen müssen unter der zulässigen Gesamtmasse auf dem Typenschild bleiben, und das Gespann muss innerhalb der zulässigen Anhängelast des Zugfahrzeugs bleiben. Welche Führerschein- und Anhängerregeln in Deutschland gelten, haben wir für diesen Text nicht recherchiert; die britische Behördenseite zum Ziehen von Anhängern zeigt nur, wie ein anderes Land von derselben Zahl auf dem Schild aus rechnet. Prüfen Sie die deutschen Vorgaben und das Typenschild und rechnen Sie dann mit einem gemessenen Gewicht. Was ein Transport sonst kostet, steht im Ratgeber zu Transportkosten.
Gewicht schätzen mit der FN-Formel
Ohne Waage kommt die beste Schätzung aus einer Arbeit von Carroll und Huntington von 1988, die 372 Pferde wog und fand, dass das Gewicht sehr eng mit dem Brustumfang im Quadrat mal der Körperlänge zusammenhängt. Der Teiler dieser Arbeit war 11.900, und genau mit ihm rechnet die FN. In den USA ist 11.880 üblich; manche Futtermittelseiten drucken 11.877. Bei einem 500-kg-Pferd macht das weniger als ein Kilo aus.
- Den Brustumfang direkt hinter dem Ellenbogen und senkrecht über den Widerrist messen, in Zentimetern.
- Die Körperlänge vom Buggelenk bis zum Sitzbeinhöcker messen.
- Gewicht in kg = Brustumfang × Brustumfang × Körperlänge ÷ 11.900.
Ein Pferd mit 190 cm Brustumfang und 160 cm Länge ergibt 190 × 190 = 36.100, × 160 = 5.776.000, ÷ 11.900 = 485 kg. Die FN gibt die Formel für ausgewachsene Pferde an; bei einem Fohlen oder einer tragenden Stute schätzt der Tierarzt.
Wie gut ist sie? In einem Vergleich von 2011 an 145 gewogenen Pferden lag die Formel im Mittel 17 kg daneben, wenn die Länge bis zum Sitzbeinhöcker gemessen wurde, ein handelsübliches Maßband dagegen 66 kg. In der polnischen Studie lag sie in jeder Rassegruppe zu niedrig, bei den drei polnischen Rassen um 29 bis 39 kg, bei den Vollblütern um 12 kg. Rechnen Sie im Mittel mit wenigen Prozent Abweichung, beim einzelnen Pferd mit mehr, und bei einem gut bemuskelten Pferd eher mit einem zu niedrigen Wert. Neuere Gleichungen mit Halsumfang und Widerristhöhe sind genauer, brauchen aber vier Maße und einen Rassetyp.
Warum das Maßband zu wenig anzeigt
Ein Gewichtsmaßband rechnet ein einziges Maß, den Brustumfang, mit der Formel seines Herstellers in Kilogramm um. In der britischen Studie lag es im Mittel 33 kg unter der Waage, beim einzelnen Pferd zwischen 151 kg zu wenig und 64 kg zu viel. Bei kleinen Ponys zeigte es etwas zu viel an (+3,8 %), bei allen anderen zu wenig: 6 % bei großen Ponys, 7,1 % bei den leichteren und 8,5 % bei den kräftigeren Pferderassen.
Die Erklärung der Autoren ist einfach: Das Band misst nur den Umfang, ein längerer Rumpf oder ein schwererer Körperbau zählen nicht mit. Ihr Fazit lautet, dass man sich auf ein Maßband für eine genaue Gewichtsmessung nicht verlassen kann. Dazu kommen Unterschiede zwischen den Bändern. In einer britischen Studie von 1998 mit 600 Pferden zeigte ein Band im Mittel 112 % des Waagengewichts, ein anderes 98 %, an denselben Tieren. Schätzen nach Augenmaß lag noch schlechter, bei 88 % im Mittel und mit großer Streuung.
Das Gewicht über den Winter verfolgen
Für Veränderungen zählt Gleichmäßigkeit mehr als Genauigkeit. Das ist unser Rat, abgeleitet aus der britischen Studie, die Tageszeit, Messfehler und unebenen Boden als Störgrößen nennt: dasselbe Band oder dieselbe Formel, dieselbe Person, derselbe ebene Platz, dieselbe Tageszeit, ohne Decke, und die Zahl mit Datum notieren. Ein Band, das bei einem Pferd 40 kg zu wenig zeigt, zeigt bei ihm jedes Mal ungefähr 40 kg zu wenig, also sehen Sie den Verlauf. Eine kleine Studie, die sechs Pferde 63 Tage lang wöchentlich wog, fand das Band über die Zeit beständiger als die Formel. Es waren aber nur sechs Pferde.
Mit Schwankungen dürfen Sie rechnen. In einer Studie mit 96 britischen Freizeitpferden mit Weidegang stieg der Anteil fettleibiger Tiere von 27 % am Winterende auf 35 % im Sommer. Etwas leichter aus dem Winter zu kommen ist also normal, und ein leichtfuttriges Pferd, das gar nichts verliert, hat die Gelegenheit verpasst, Sommerfett abzubauen. In einer weiteren kleinen Studie nahmen normal genährte Ponys bei unbegrenztem Futter auch im Winter weiter zu. Ein Pferd, das schnell abnimmt oder bei vernünftiger Ration immer weiter verliert, braucht einen der Pferdetierärzte, nicht mehr Futter.
Wo Hoofine ins Spiel kommt
Hoofine kann Ihr Pferd nicht wiegen. Wenn Sie über eine Anzeige unter Pferde kaufen suchen, fragen Sie den Verkäufer, ob das Gewicht in der Anzeige von der Waage, vom Maßband oder aus einer Schätzung stammt und von wann es ist. Messen Sie Brustumfang und Länge bei der Besichtigung selbst und rechnen Sie nach. Wenn Sie verkaufen, gehört ein datiertes Waagengewicht in die Anzeige, weil es eine Frage beantwortet, die ein sorgfältiger Käufer sonst stellt.



