Kosten Pferdebox pro Monat: was im Pensionspreis steckt

Der Monatspreis ist nur die halbe Rechnung. Was Vollpension, Teilpension und Selbstversorgung einschließen, welche Extras auf der Rechnung landen und was im Pensionsvertrag stehen sollte.

Mostafa Zamani7 Min. Lesezeit

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Eine Reihe verwitterter Holzboxen in einem Pensionsstall am frühen Morgen: die oberen Türhälften aufgehakt, ein volles Heunetz an einem Ring, eine dunkle Decke über einer Tür, ein Halfter am Haken und eine Schubkarre mit Stroh auf nassem Beton.

Ein Stall nennt Ihnen am Telefon einen Preis im Monat. Die Rechnung zeigt später die echten Kosten: Pferdebox pro Monat plus alles, was dieser Preis stillschweigend ausgelassen hat. In der Lücke zwischen beiden beginnen die meisten Streitigkeiten zwischen Einstellern und Ställen, meistens um die dritte Rechnung herum.

Dieser Text ist für alle, die gerade entscheiden, wo ein Pferd stehen soll. Er zeigt, was Vollpension, Teilpension und Selbstversorgung tatsächlich einschließen, woher belastbare Zahlen kommen, welche Extras auf der Rechnung landen und was im Vertrag stehen sollte, bevor das Pferd einzieht.

Vollpension, Teilpension, Selbstversorger: wer was macht

Die Begriffe sind älter als jede Einigung darüber, was sie bedeuten. Eine verbindliche Definition von Vollpension oder Teilpension gibt es nicht, weder von der FN noch in den Tierschutz-Leitlinien des Bundes. Es sind Marktbegriffe, und jeder Stall füllt sie selbst. Vollpension heißt meistens, dass der Stall füttert, mistet und das Pferd raus- und wieder reinbringt. Bei der Teilpension teilen Sie sich diese Arbeit mit dem Stall, und welche Tage auf wen fallen, steht bestenfalls im Vertrag.

Etwas fester umrissen sind zwei andere Begriffe. Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie beschreibt Selbstversorgerställe so: Gestellt werden häufig nur der Platz, die Weidefläche und das Grundfutter, die tägliche Versorgung organisieren die Einsteller selbst. Den Offenstall beschreiben die Leitlinien des Bundeslandwirtschaftsministeriums zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten von 2009 als Gruppenlaufstall mit ständig zugänglichem, direkt angrenzendem Auslauf. Die Leitlinien sagen selbst, dass sie nicht rechtsverbindlich sind. Ob ein Stall sein Angebot Offenstall oder Bewegungsstall nennt, verrät also noch nicht, was im Preis steckt.

Ställe vergleicht man deshalb besser nach Aufgaben als nach Etiketten.

AufgabeVollpensionTeilpensionSelbstversorger
Heu und Kraftfutter fütternStallMeist der StallSie, das Heu stellt oft der Stall
Misten und frische EinstreuStallGeteilt, Tage klärenSie
Auf Paddock oder Weide bringen und wieder holenStallGeteilt, Tage klärenSie
Decken auf und abOft extraOft SieSie
Betreuung beim Hufschmied oder TierarztOft extraOft extraSie
Das Pferd bewegenNur wenn vereinbartNeinNein
Wochenende und FeiertageNachfragenNachfragenSie

Eine Stufe darunter liegt die reine Weidehaltung: Das Pferd lebt draußen mit Wasser, Weide und Witterungsschutz, und Heu im Winter kann im Preis enthalten sein oder nicht. Viele Pferde kommen damit gut zurecht. Ein Pferd, das nachts rein muss, braucht ein anderes Angebot, egal wie der Stall es nennt.

Laufende Kosten: Pferdebox pro Monat in echten Zahlen

Wir veröffentlichen keinen eigenen Durchschnitt, weil eine Zahl für ein Pony auf der Winterweide und ein Turnierpferd in Vollpension am Stadtrand auf keines von beiden passt. Eine bundesweite Preisübersicht der FN oder der Landwirtschaftskammern haben wir nicht gefunden. Die belastbarste Erhebung kommt aus einem einzigen Bundesland.

Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) hat von Februar bis September 2023 Pensionsställe befragt und die Antworten im November 2023 veröffentlicht: 84 Fragebögen, die zusammen 1.813 Pensionsplätze abbilden. Für den Grundpreis ohne Extras ergaben sich diese Werte:

  • Im Mittel 376 Euro im Monat, nach Stallplätzen gewichtet, mit einer Standardabweichung von 100 Euro. Der Median lag bei 360 Euro, die Spanne reichte von 60 bis 680 Euro.
  • In den kreisfreien Städten im Mittel 451 Euro, in den übrigen Landkreisen 366 Euro.
  • Für eine Einzelbox 379 Euro, für einen Platz in einem anderen Haltungssystem wie dem Offenstall 360 Euro.

Im Grundpreis steckte fast überall das Wesentliche. Raufutter war bis auf eine Ausnahme in allen Haltungen enthalten, Anlagennutzung, Weide und Ausmisten in über 94 Prozent der Fälle.

Das sind Zahlen aus einem Bundesland und einem Jahr, und für Oberbayern oder das Hamburger Umland sagen sie nichts. Sie zeigen, ob ein Angebot im richtigen Bereich liegt, mehr kann eine überregionale Zahl nicht. Die ehrliche Antwort auf die Frage nach dem Preis bleibt eine Spanne und eine Liste. Rufen Sie drei Ställe in erreichbarer Nähe an und lassen Sie jeden dieselben Aufgaben aus der Tabelle oben bepreisen. Ein Stall, der billiger ist, weil er weniger macht, ist nicht billiger. Vergleichen Sie am Ende die vollständigen Kosten: Pferdebox pro Monat plus jedes Extra, das Ihr Pferd tatsächlich braucht.

Was den Preis bewegt

Was eine Pferdepension kostet, entscheidet zuerst die Lage. Flächen und Personal sind in Stadtnähe teurer, und in Sachsen lag der Grundpreis in den kreisfreien Städten im Mittel rund 85 Euro über dem der Landkreise. Derselbe Stall eine Stunde weiter draußen ist meist günstiger, dafür fahren Sie als Selbstversorger zweimal am Tag hin.

Dann die Anlagen, die alle Einsteller mitbezahlen, ob sie sie nutzen oder nicht: Reithalle, Flutlicht, Führanlage, befestigte Paddocks. Danach Heu und Einstreu, die entweder im Preis stecken oder nicht und deren Kosten mit dem Wetter schwanken. Es ist eine faire Frage an jeden Stall, ob der Pensionspreis schon einmal mitten im Jahr nach einer schlechten Ernte gestiegen ist, und mit wie viel Vorlauf die Einsteller davon erfahren haben.

Zuletzt die Arbeit. Vollpension ist vor allem die Zeit eines anderen Menschen, deshalb liegen Selbstversorgung und Vollpension so viel weiter auseinander, als Heu und Einstreu erklären könnten.

Die Extras, die auf der Rechnung auftauchen

Das sind die Posten, die am häufigsten auf einer Rechnung stehen, ohne vorher im Gespräch vorgekommen zu sein. Keiner davon ist unverschämt. Alle sollten vor der Unterschrift einen Preis haben.

  • Betreuung beim Hufschmied oder Tierarzt, pro Termin abgerechnet
  • Decken auf und ab im Winter, Fliegenmaske im Sommer
  • zusätzliche Mahlzeiten, Zusatzfutter oder Medikamente, die das Stallpersonal gibt
  • Boxenruhe nach einer Verletzung, die aus einem Teilpensionspferd über Nacht ein Vollpensionspferd macht
  • zusätzliche Einstreu, Scheren, Longieren oder Bewegen
  • Hallengebühren für externe Trainer, wenn der Stall externe Trainer überhaupt zulässt

Die sächsische Erhebung zeigt, wie ungleich selbst die Grundleistungen abgedeckt sind. Betreuung beim Tierarzt gab es bei 63 Prozent der Plätze, Betreuung beim Schmied bei 53 Prozent, einen Weideservice am Wochenende nur bei 68 Prozent. Für den täglichen Deckenservice wurden im Mittel 54 Euro im Monat berechnet, für das Anlegen von Beinschutz 29 Euro. Wo eine Leistung nicht angeboten wird, machen Sie sie selbst.

Was im Pensionsvertrag stehen sollte

Ein Handschlag funktioniert bis zur ersten Meinungsverschiedenheit. Die FN, die heute als Pferdesport Deutschland auftritt, verkauft ein kostenpflichtiges Muster für einen Pferdeeinstellungsvertrag. Ob Sie dieses Muster nehmen oder den Vertrag des Stalls, diese Punkte gehören schriftlich hinein:

  1. Welche Leistungen genau enthalten sind, auch am Wochenende, und was jedes Extra kostet.
  2. Der Pensionspreis, der Zahltag, eine eventuelle Kaution und mit welcher Frist eine Preiserhöhung angekündigt wird.
  3. Die Kündigungsfrist für beide Seiten. Der Bundesgerichtshof hat 2019 eine vorformulierte beiderseitige Frist von acht Wochen zum Monatsende grundsätzlich gebilligt (XII ZR 8/19). In dem Fall durfte der Besitzer sein Pferd jederzeit abholen, der Stall konnte die Pension aber bis zum Ende der Frist weiter verlangen.
  4. Notfälle: welcher Tierarzt gerufen wird, was der Stall veranlassen darf, wenn Sie nicht erreichbar sind, und bis zu welchem Betrag.
  5. Die Versicherung auf beiden Seiten, dazu unten mehr.
  6. Was passiert, wenn eine Rechnung offen bleibt.

Wenn eine Rechnung offen bleibt

Der Bundesgerichtshof sieht einen Pferdepensionsvertrag grundsätzlich als typengemischten Vertrag. Ob dafür die Regeln der Verwahrung gelten, hat er in dem Urteil von 2019 offengelassen. Geht es allein um die Überlassung einer Box, handelt es sich nach einem BGH-Urteil von 2017 um einen Mietvertrag (III ZR 4/16).

Unabhängig davon kann ein Stall das Pferd in der Regel zurückhalten, bis bezahlt ist. Das ist das allgemeine Zurückbehaltungsrecht nach § 273 BGB. Ein automatisches Recht, das Pferd zu verkaufen, folgt daraus nicht. Nur wenn Ihr Vertrag reine Boxenmiete ist, kann zusätzlich das Vermieterpfandrecht nach § 562 BGB eine Rolle spielen. In keinem Fall wird das Pferd durch eine offene Rechnung Eigentum des Stalls, und wer ein Pferd zurückhält, muss es weiter versorgen.

Wer haftet, wenn das Pferd Schaden anrichtet

Als Halter bleiben Sie nach § 833 BGB haftbar, auch wenn das Pferd im Pensionsstall steht, und brauchen deshalb Ihre eigene Pferdehaftpflicht. Ein Stall, der per Vertrag die Aufsicht über das Pferd übernommen hat, kann nach § 834 BGB zusätzlich haften, es sei denn, er weist nach, dass er die erforderliche Sorgfalt beachtet hat. Die FN rät Pensionsbetrieben in ihren Hinweisen zur Pensionspferdehaltung zu einer Tierhüterhaftpflicht für die Pensionspferde, gegebenenfalls mit Absicherung von Obhutsschäden. Fragen Sie, ob der Stall diese Versicherung hat und bis zu welcher Summe. Es bleibt eine Haftpflicht des Stalls, keine Versicherung Ihres Pferdes.

Wenn Sie eine Klausel beunruhigt, liest ein Anwalt für Pferderecht einen Pensionsvertrag in kürzerer Zeit, als ein Streit dauert.

Wo wir ins Spiel kommen

Hoofine betreibt keine Ställe, und ein Marktplatz macht die Pferdehaltung nicht billiger. Was er kann: die Ställe an einem Ort versammeln. Die Pensionsställe im Verzeichnis sind dazu da, mit der Tabelle oben in der Hand angerufen zu werden. Wenn Sie noch am Gesamtbudget rechnen, stellt unser Beitrag darüber, was ein Pferd im Monat kostet, die Stallmiete neben Hufschmied, Tierarzt und Versicherung. Und wenn Sie noch nicht gekauft haben: Rechnen Sie zuerst den Stall. Das ist die Zahl, die Sie noch bezahlen, wenn der Preis in der Anzeige für eines der Pferde zum Verkauf längst vergessen ist.

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